Leseproben
Gedichte und Kurzgeschichten aus meinen Werken:
Zwischen Dunkel und Gedanke
Die Welten des Alexander Ansbach
"Der Hut im Wind“ (Die Welten des AlexanderAnsbach)
Erhobenen Hauptes, ganz in Schwarz, beschreitet sie den Weg.
Die öde Landschaft ringsum – mit Steinhaufen, die einst
lebten und Schutz boten. Verdorrte Sträucher, Figuren,
die mit ihren Ästen nach Regen flehen.
Angekommen bei der kleinen weißen Kirche – ihr Schatten
fällt auf den Boden, sie selbst. Dahinter öffnet sich das weite Meer.
Der Wind trägt ihren schwarzen Hut hinaus auf die See,
wo er noch eine Weile zwischen den weißen Booten tanzt.
Sie fühlt sich nackt.
Es regnet. Die Sträucher flehen nicht mehr.
So schreitet sie davon, die Trauer im Gepäck,
hin zu neuen Sträuchern, Steinhaufen, an einen anderen Ort.
„Zwischen Decke und Dämmerung“ (Die Welten des Alexander Ansbach)
Im Schweiße der Nacht, am morgen
in der Realität erwacht. Zugedeckt
in der Dunkelheit, aufgeschoben durch
die Zeit. Aber auch sie ist aufgewacht
und lacht, die Sonne hat sie dir zurück-
gebracht.
Noch einmal unter der Decke
verschwinden, die Nacht und ihre Freiheit
zu empfinden. Tausende Gedanken
belagern meinen Kopf, wie gelähmt mit
trockenem Mund, zitternd und hoffnungslos.
Unsichtbar in meiner schützenden Hülle, lasse
ich die Nacht nachklingen.
„Eiswürfel im Fenster“ (Zwischen Dunkel und Gedanke)
Vom Fenster aus sah man die Schornsteine des Werks, die dicke Wolken weißen Rauchs in den grauen Himmel schickten. Außer ein paar Rasenflächen und Kinderspielplätzen wirkte alles einheitlich – die Häuser, die Autos, selbst die Menschen. Er steuerte seine Kneipe an. Fast immer dieselben Gäste, jahrelang schon dieselben Lieder aus der Musikbox. Alte vergilbte Kalender, Poster von Fußballvereinen, Musikern, Sängern hingen an den Wänden. Die Einrichtung – nie erneuert überdauerte stumm die Jahre. Viel wurde nicht gesprochen. Ruhig, müde und nachdenklich tranken sie ihr Bier und einen Schnaps dazu. Zuhause sperrte er die Tür auf, ein kurzer Gruß, nach dem Umziehen saß er vor dem Fernseher. Er flüchtete in seine Traumwelt, die mit einem schlichten Ruf – „Essen!“ – zerplatzte. Seine Frau saß nebenbei im bunten Hauskleid, rauchend, die Haare auf Lockenwicklern gedreht. Zwischen ihnen: Schweigen. Seit langem waren die Worte leer, die Blicke bedeutungslos. Gefangen im Tod ihres kleinen Sohnes klammerten sie sich an Erklärungen, an Schuldfragen, an gegenseitige Vorwürfe. Im Innern voller Hass, nach außen still. Oft saß er allein in der Küche und sah hinaus auf die Häuser. Die Fensterreihen glichen einem Eiswürfelbehälter, so kalt wirkte ihre………
SCHIMMEL (Zwischen Dunkel und Gedanke)
Er lag im Bett, den Körper der linken Seite zugewandt. Die weiße Gardine bewegte sich leicht im Sommerwind. Aus der Ferne hörte er das Geräusch eines Rasenmähers, sonst war es still. Das Bettzeug roch nach seinem Schweiß. Ab und an verschwand er darunter, um sich vorzustellen, in einer Höhle zu sein, die ihn schützte. Wenn das Telefon klingelte, stopfte er sich die Ohren zu, um nicht zu hören, was die Außenwelt unbarmherzig von ihm forderte. Der Gang zur Toilette kostete ihn schon Überwindung. Zahllose Kuverts bedeckten den Boden, viele mit dem Emblem seiner Bank. Ja, sie müssen handeln – aber er hatte sich vom Alltag, von der Verantwortung und dem Zwang abgemeldet. Im begrünten Innenhof hatte es sich eine ältere Dame auf einem Liegestuhl unter einem Sonnenschirm gemütlich gemacht. Auf dem Tisch standen ein Gugelhupf und eine Thermoskanne, wahrscheinlich gefüllt mit Kaffee. Im Sandkasten spielte ein Bub, so wie auch er früher. Er würde so gern in seine Rolle schlüpfen……
Das Haus, das antworten wollte (Zwischen Dunkel und Gedanke)
Im dunklen Haus marschiere ich durch die Gänge. Ich halte inne. Habe ich etwas gehört? Dann ducke ich mich hinter eine Tür, und ganz langsam nehme ich das Ticken der Uhren wahr. Es kommt mir vor, als würden sie in der Stille und der Dunkelheit immer lauter werden. Durch ein einzelnes Fenster bricht der Lichtschein eines vorbeifahrenden Autos. Einige Gegenstände– der ausgestopfte Vogel, die Uhr und auch der Kleiderständer – werfen ein unheimliches Bild an die Wand. Ich gehe ins Vorhaus, stelle mich hin und schreie laut: „Wo seid ihr?“ Immer und immer wieder. Habe ich eine Antwort erwartet? Und wenn ja – von wem, wenn sich außer mir niemand im Haus befindet? Diese Stille bereitet mir Angst, und ich eile die Stufen in den ersten Stock hinauf. Außer Atem betrete ich das Zimmer, auf dessen Fensterbank eine künstliche Kerze flackert. Langsam gehe ich auf das Fenster zu, in dem sich mein Gesicht spiegelt. Plötzlich geht hinter mir die Tür langsam und knarrend auf. Der Gang liegt in tiefem Schwarz. Wahrscheinlich habe ich sie vorhin nicht richtig geschlossen. Unter dem Bett warte ich, den Atem flach, und ich lausche, ob sich etwas rührt……...
Victoria – eine Sommerliebe im Schatten des Todes“ (Die Welten des Alexander Ansbach)
Die brütende Hitze lag über dem Marktplatz des Dorfes, und selbst die Brise vom Meer vermochte sie nicht zu brechen. Im Schatten der Markise eines kleinen Ladens saß ich, ein kühles Bier in der Hand,
und ließ den Blick über die schläfrige Mittagswelt gleiten.
Die Fensterläden der Häuser waren fest geschlossen, vereinzelt drang Musik aus einem Radio, und irgendwo kämpfte ein Motor keuchend den steilen Berg hinauf. Ich blies den Rauch meiner Zigarette in die gleißende Luft – er löste sich lautlos auf,
wie eine Erinnerung, die sich weigert, zu bleiben.
Wie immer traf der Bus verspätet ein. Einige Menschen stiegen aus – Staub an den Schuhen, Gedanken noch in der Hauptstadt. Und dann kam sie:
Victoria.
Leichten Schrittes näherte sie sich, ihr kurzes, fast durchsichtiges Kleid tanzte im Wind,
der Strohhut saß schräg auf dem flammend roten Haar. Sie lächelte, und die Welt schien für einen Augenblick den Atem anzuhalten.
Kurz darauf verschwanden wir in ihrem kleinen Zimmer. Der Schweiß, die Hitze, die flirrende Luft – alles verschmolz zu einem einzigen Feuer. Der Sex war heiß, wild, fast animalisch........
Arbeit und Leben mit der Depression (Zwischen Dunkel und Gedanke)
Am schlimmsten war für mich, meine Frau so oft enttäuschen zu müssen.
Wenn draußen schönes Wetter war, das förmlich nach einem Ausflug oder einem Badetag schrie, gelang es mir einfach nicht, hinauszugehen.
Das Wohnzimmer war abgedunkelt, und ich saß vor dem PC oder dem Fernseher.
Gott sei Dank wohnte unsere Tochter damals noch zu Hause – sie unternahm einige Freizeitaktivitäten mit meiner Frau.
Mich plagte ein furchtbar schlechtes Gewissen, und ich entschuldigte mich immer wieder.
Meine Frau meinte, es mache nichts, sie habe Verständnis dafür.
Doch ich konnte das nicht so recht glauben – und meine Stimmung sackte tief in den Keller.
Oft lag ich auf der Couch und stopfte alles in mich hinein, was der Kühlschrank hergab.
Das schlechte Gewissen und die Gewichtszunahme machten dann endgültig den Deckel drauf.
Müde vom Nichtstun, gefangen in Antriebslosigkeit und Angst – vor der Arbeit, vor den Menschen – blieb ich speziell an Montagen von der Arbeit fern.
Ich schwitzte, ich zitterte, ich wusste nicht, wohin mit mir.
Eine Kollegin hatte einmal gesagt: „So kann das nicht weitergehen.“
Dieses Gefühl der Angst, des Versagens – man kann es einem Außenstehenden kaum erklären.
Wie auch, wenn man selbst gar nicht versteht, was da in einem vorgeht?
Das Versprechen, am nächsten Tag wieder zur Arbeit zu kommen, konnte ich nicht halten.
Diese Gefühle waren wie ein Magnet, der mich zu Hause festhielt.
Der Überbringer
Ein Anruf, eine stumme Geste, eine graue Limousine: Er folgt — nicht gezwungen, sondern geführt — einer Spur ohne Adresszeile. Am Flughafen öffnen sich Türen, ein Wesen im Anzug weist den Weg, eine Rakete hebt ab. Jenseits der Wolken: Kuppelstädte, Flaggen auf schwarzem Grund, ein Thron aus Glas. Der Weltenführer spricht von gelenkten Massen, verschwundenen Zustellern und einer Botschaft, die die Welt entflammen könnte.
Zwischen schwebenden Fahrzeugen, einem Gerät, das in fremden Frequenzen singt, und der rätselhaften Prinz-Reinhard-Gasse, die offiziell nicht existiert, muss der Überbringer entscheiden, wessen Stimme er trägt. Wird er zum Kanal der Kontrolle — oder zur Störung im System?
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Wo Fantasie keine Grenzen kennt
Worte sind mein Zuhause – Designs das ihre! Meine Tochter kreiert mithilfe von KI kleine Kunstwerke auf Stoff, Papier und in digitalen Seiten.
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